Hören

Hören

Am Anfang der Stimmbildung ist das

H Ö R E N

Die Musik wendet sich an das Gehör des Menschen. Von dort aus erreicht sie sein Herz und seinen Verstand. Sie macht ihn betroffen und wirkt sich aus in emotionaler Erfahrung. Diese findet oft wieder eine eigene Form sich auszusprechen. Es entsteht sozusagen ein Echo auf das Gehörte.
Dieses Echo ist auch bei der Weckung und Bildung der Stimme von größter Bedeutung.
Das Gehör ist, entwicklungsgeschichtlich, der primitivste Sinn des Menschen. Tatsächlich ist das Ohr in der Geschichte früher da gewesen als der Sprechapparat. Dieser konnte sich erst unter der Kontrolle des Ohres entwickeln.

Stimmerziehung erfolgt also seit je durch Nachahmung des Gehörten. Das trifft besonders bei Kindern zu. Sie sind Meister der Imitation. Bei jedem, der mit der Stimme arbeiten will, ist das wachsame Ohr das wichtigste Kontrollorgan.
Das musikalische Hören ist stets auf schöne Dinge gerichtet. Somit ist es eine angenehme Tätigkeit.

Es gibt unüberschaubare Möglichkeiten musikalischer Hörübungen vom Einzelton über Melodien bis zum Klang.

Ein gutes Klangvorbild führt zu einem ebenso guten Klangergebnis in der Stimme. Dafür sorgt das biologische Prinzip der Klangweitergabe durch das Sinnesorgan Ohr. Der gehörte Ton wird als Signal über die Leitung der Nerven bis zum Kehlkopf weitergeleitet. Von dort wird dieser Ton nach Wunsch wieder ausgesendet.

Je wacher und sicherer das Hören ist, desto schneller und vollkommener entfaltet die Stimme ihre angeborene Möglichkeit.

Aus der Kunst des Hörens wird so die Kunst des Singens.